Auf der Suche nach neuen Motiven verschlägt es mich häufig in die Natur. In unserem Garten blüht jedes Jahr die sogenannte Lampionblume. Ihren Namen hat diese Pflanze von ihrem charakteristischen Blütenkelch, der sich Lampion-förmig um dessen Frucht schlingt. Dieser Kelch besitzt im Sommer eine intensive orange-rote Farbe. Nach Reifung der Frucht im Innern des Lampions löst sich der Kelch langsam auf, bis nur noch das Gerüst übrig bleibt.
In der Fotografie gilt der Leitsatz, dass ein Bild nur so viel Information enthalten sollte, wie unbedingt notwendig für dessen Kontext ist. Alles Übrige ist zu viel und lenkt vom Hauptmotiv ab. Diesen Gedanken habe ich hier wörtlich genommen und nur das absolut notwendige der Blüte aufgenommen: das Skelett. Hieraus hat sich die Bilderreihe 'Skeleton-Series' entwickelt.
Einen großen Teil der Arbeit nimmt der Setauf- und abbau in Anspruch.
Um die feine Struktur des Skeletts sauber aufzulösen, wollte ich die Blüte komplett von einem Hintergrund freistellen.
Hierfür habe ich mir ein provisorisches "Lichtzelt", durch enstsprechendes Falten von DIN-A3 Blätter, gebaut.
Der Gedanke war, dieses Lichtzelt von hinten anzublitzen und somit die Blüte gleichmäßig von hinten auszuleuchten,
um einen guten Kontrast zu den feinen Skelettfasern zu ermöglichen.
Damit diese jedoch nicht komplett schwarz, ohne jede Struktur abgebildet werden, wurde die Blüte zusätzlich durch ein schwaches Dauerlicht von schräg oben angestrahlt.
Die Blüte konnte nicht einfach auf den Tisch gelegt werden, da sonst durch den Blitz die Kante des Lichtzeltes sichbar geworden wäre.
Hier hätte es keine gleichmäßige Lichtverteilung mehr gegeben.
Darum musste ich die Blüte über einen Draht an einem Stativ befestigen, damit sie in der Luft schwebte.
Den Draht konnte ich anschließend in der Bildbearbeitung entfernen.
